Drucktechnik
Siebdruck, Transferdruck, Digitaldruck,... In der Welt der Werbemittel trifft man ständig auf unterschiedliche Begriffe aus der Drucktechnik. Doch was bedeuten diese eigentlich und was ist der Unterschied zwischen den einzelnen Verfahren?
Folgend ein kleine Übersicht der wichtigsten Veredelungsverfahren der Werbemittelbranche:
Siebdruck
Der Siebdruck ist eine Drucktechnik, bei der ein Gewebe mit vielen kleinen Öffnungen verwendet wird, um Farbe auf den Artikel zu übertragen. Mit einer Schablone werden bestimmte Teile der Form des Logos nachgebildet. Die Farbe wird auf das Gewebe aufgetragen und dann durch das Gewebe auf das Produkt gedrückt. Es wird jeweils nur eine Farbe gedruckt, so dass mehrere Siebe verwendet werden müssen, um ein mehrfarbiges Bild oder Logo zu erzeugen. Nach dem Druck wird der Artikel in einen Trockentunnel gelegt, damit die Farbe auf dem Artikel aushärtet.
Vorteile
- Pantone-Farben
- Große Druckformate
- screentransferprint
- alle Materialien
- Siebdruck 360°
Tampondruck
Der Tampondruck ist eine Technik, bei der Silikonstempel verwendet werden, um das Logo auf den Artikel zu drucken. Mit dieser Technik erzielen Sie ein schärferes Finish und eine perfekte Farbabstimmung (PMS) ist realisierbar. Der Tampondruck ist die am häufigsten verwendete Drucktechnik, bei der ein Logo in eine Metallplatte eingraviert und dann mit einem Silikonkissen auf den Artikel übertragen wird, da Farbe nicht auf Silikon haftet. Wie beim Siebdruck muss jede Farbe einzeln gedruckt werden.
Vorteile
- Es können alle Arten von Materialien bedruckt werden
- Alle Arten von Formen können bedruckt werden
- Pantone-Farben
- Präzise Ausführung
Transferdruck
Beim Transferdruck wird das Logo nicht direkt auf den Artikel, sondern auf ein spezielles Papier auf Silikonbasis gedruckt. Die Farben werden nacheinander auf eine weiße Unterlage gedruckt. Nach jedem Druckvorgang durchläuft das Papier einen Trockentunnel. Nachdem alle Farben gedruckt sind, wird eine Klebeschicht in der Form des Logos aufgebracht und ein Klebepulver aufgetragen. Mit Hilfe einer Wärmepresse wird der Transfer auf den Artikel aufgebracht. Durch die Hitze wird der Kleber flüssig und der starke Druck sorgt für eine gute Haftung auf dem Artikel. Das Papier wird dann entfernt und das Logo bleibt auf dem Produkt.
Vorteile
- Alle Materialien
- Pantone-Farben
- Große Druckformate
- Weicher Griff
- Kleine Details druckbar
Digitaldruck
Beim Digitaldruck wird das Produkt unter einen digitalen Full Color-Drucker gelegt. Mit einem speziellen UV-Digitaldrucker wird der Aufdruck direkt auf den Artikel gedruckt. Das Bild entsteht, indem viele Punkte auf die bedruckbare Oberfläche geschossen werden, die zusammen eine Farbe oder ein Bild ergeben. Der Digitaldruck wird vor allem für den Druck auf flache und ebene Oberflächen verwendet, da der Abstand zwischen Druckkopf und Gegenstand fest ist. Der Drucker kann nach CMYK, aber auch weiß drucken.
Vorteile
- Fotoqualität
- Große Druckformate
- Full Color + Weiß Rand zu Rand
- Einmalige Vorkosten
Lasergravur
Die Lasergravur kann auf Gegenständen aus natürlichen Materialien wie Holz, Glas und Gummi oder Metallen (beschichtet und unbeschichtet) angewendet werden. Bei der Lasergravur ist das Ergebnis eines Textes oder Logos präzise, sauber, dauerhaft und hochwertig. Ein digitales Logo wird an die Lasermaschine gesendet. Mit einem Faserlaser (harter Laser: wird meist für die Gravur/Beschriftung von Metallen oder festen Gegenständen verwendet) oder einem CO2-Laser (weicher Laser: wird meist für die Gravur/Beschriftung von natürlichen Materialien verwendet) wird die oberste Schicht des Materials "weggebrannt". Das Logo wird dann erkennbar.
Vorteile
- Dauerhafte Veredelung
- Äußerst detailreich
- Hochwertiges Druckergebnis
- Alle Materialien
- Lasergravur 360° für zylindrische Gegenstände
Bestickung
Die Bestickung ist eine Technik, bei der viele Stiche kombiniert werden, um ein Bild oder Logo zu erzeugen. Sie ist eine sehr beliebte Technik für Produkte wie Kappen, Textilien oder Taschen. Es wird eine spezielle Stickdatei erstellt, die alle Details der Arbeit und Einstellungen für die Maschine enthält. Der Artikel wird unter eine große Nähmaschine gelegt, deren Nähköpfe bis zu 12 Nadeln enthalten können (so können 15 verschiedene Fäden (Farben) in einem Durchgang gestickt werden).
Vorteile
- Edle Ergebnisse
- Lange haltbar
- Bis zu 15 Farben
Doming
Beim Doming-Verfahren wird das Logo auf ein selbstklebendes Etikett gedruckt, welches dann mit einer Acrylharzschicht überzogen wird. Dies ist eine dauerhafte Lösung, die nicht leicht zerkratzt oder eingedellt werden kann. Sobald die Etiketten mit dem Acrylharz verbunden sind, werden sie in einem Ofen ausgehärtet. Nach dem Aushärtungsprozess sind die Doming-Etiketten bereit, auf die Artikel aufgebracht zu werden.
Vorteile
- Jede Logoform möglich
- Hohe Druckqualität
- Full color
Prägung
Die Prägung ist eine beliebte Technik zur Veredlung von Produkten aus Leder, PU oder Karton. Das Logo wird zunächst in einen Metallstempel eingraviert. Anschließend wird dieses Logo in das Material gepresst, wodurch ein dauerhafter Abdruck entsteht. Das Material muss dick genug sein, um dem Druck der Maschine standzuhalten, und die Oberfläche muss eben und flach sein.
Vorteile
- Edle 3D-Optik & Haptik
- Motiv kann nicht entfernt werden
Offset-Druck
Der Offset-Druck ist ein indirektes Flachdruckverfahren und die am weitesten verbreitete Drucktechnik im Bücher-, Zeitungs- und Verpackungsdruck. Bei indirekten Druckverfahren kommen die Druckplatte und der Druckträger nicht miteinander in Berührung. Die Farbe wird erst auf einen Gummituchzylinder und dann auf den Bedruckstoff übertragen. So wird die Druckplatte geschont und es kann eine breite Palette von Bedruckstoffen bedruckt werden.
Der Offset-Druck findet primär im Papierdruck Anwendung ist damit im Werbemittelbereich zu vernachlässigen.
Vor- und Einrichtungskosten
Wie bei den einzelnen Drucktechniken geschildert, müssen für jede einzelne Veredelungsart diverse Abläufe eingehalten werden. So müssen etwa beim Siebdruck für jede Farbe Siebe, beim Tampondruck für jede Farbe Filme und Klischees angelegt werden. Bei Lasergravur, Stick, Prägung oder Digitaldruck muss das Layout im jeweiligen Programm eingerichtet werden.
Die einmaligen Vorkosten hängen somit immer von der jeweiligen Veredelungsart, dem gewünschten Layout und der Anzahl der zu druckenden Farben ab.
Zur Orientierung ein Beispiel:
Sie möchten eine Sonnenbrille auf beiden Bügeln veredeln. Welche Vorkosten fallen an?
- gleiches Layout auf beiden Bügeln, jeweils einfärbig: 1x Vorkosten
- gleiches Layout auf beiden Bügeln, zweifärbig: 2x Vorkosten
- unterschiedliche Layouts auf beiden Bügeln, einfärbig: 2x Vorkosten
- unterschiedliche Layouts auf beiden Bügeln, zweifärbig: 4x Vorkosten
Dies gilt grundsätzlich für alle Sieb-, Tampon- und Transferdruckvarianten. Für all diese Arten der Veredelung (Ausnahme: Digitaldruck) wird eine Vektorgrafik benötigt.
Doch was ist eine Vektorgrafik?
Vektorgrafiken sind Bilder, die sich über mathematische Berechnungen definieren. Anders als bei Rastergrafiken werden nicht die einzelnen Pixel des Bildes gespeichert, sondern eine Beschreibung (Pfade) aller im Bild befindlichen Objekte und deren Stärke, Linien, Grenzen, Schatten und andere Effekte.
Ein Kreis besteht in diesem System zum Beispiel aus den Koordinaten des Kreismittelpunktes, seinem Durchmesser und der Farbe. Dadurch bleiben Vektorgrafiken auch über den Gestaltungsprozess hinaus flexibel und können im Nachhinein ohne Qualitätsverlust skaliert werden.
Vektorgrafik vs. Rastergrafik
Am besten lassen sich die Eigenschaften einer Vektorgrafik im Vergleich zu einer Rastergrafik erklären. Letztere stellt den zweiten wesentlichen Bildtyp in der Welt der Gestaltung dar. Sie wird in farbigen Blöcken gespeichert, den sogenannten Pixeln. Rasterbasierte Grafiken sind unschlagbar für detailreiche Grafiken und Texturen und dabei einfach zu handhaben.
Vergrößert man allerdings ein pixelbasiertes Werk im Nachhinein zu sehr, wird es grobkörnig und unscharf.
Um verpixelte Bilder zu vermeiden, ist das vektorbasierte Arbeiten ideal. Aufgrund ihrer besonderen Speichermethode lassen sich Vektorgrafiken unbegrenzt skalieren, ohne dass dabei die Auflösung beeinträchtigt wird. Dies verleiht ihnen maximale Flexibilität auch nach der Erstellung. Zudem benötigen Vektordateien in der Regel deutlich weniger Speicherplatz als Rastergrafiken.
Welchen Bildtyp Sie benötigen, hängt also maßgeblich vom jeweiligen Einsatzgebiet und der weiteren Verwendung Ihrer Grafik ab.
Welches Grafikformat hat meine Datei?
Am einfachsten erkennen Sie, ob Ihre Datei eine Vektor- oder eine Rastergrafik ist, an der jeweiligen Dateiendung. So enden Rastergrafiken stets mit den Endungen: jpeg, tiff, psd, png, gif oder heic. Vektorgrafiken enden stets mit: ai, eps, pdf, indd, svg
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Dateiformat Ihre Grafik hat, kontaktieren Sie uns einfach und wir geben Ihnen Bescheid. Bei Bedarf können wir auch Ihre Rastergrafiken in Vektorgrafiken umwandeln. Und umgekehrt.